Unterm Birnbaum

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Theodor Fontane

Eine Kriminalgeschichte

Erstes Kapitel

Vor dem in dem großen und reichen Oderbruchdorfe Tschechin um Michaeli 20 eröffneten Gasthaus und Materialwarengeschäft von Abel Hradscheck (so stand auf einem über der Tür angebrachten Schild) wurden Säcke, vom Hausflur her, auf einen mit zwei magern Schimmeln bespannten Bauerwagen geladen. Einige von den Säcken waren nicht gut gebunden oder hatten kleine Löcher und Ritzen, und so sah man denn an dem, was herausfiel, daß es Rapssäcke waren. Auf der Straße neben dem Wagen aber stand Abel Hradscheck selbst und sagte zu dem eben vom Rad her auf die Deichsel steigenden Knecht: »Und nun vorwärts, Jakob, und grüße mir Ölmüller Quaas. Und sag ihm, bis Ende der Woche müßt ich das Öl haben, Leist in Wrietzen warte schon. Und wenn Quaas nicht da ist, so bestelle der Frau meinen Gruß und sei hübsch manierlich. Du weißt ja Bescheid. Und weißt auch, Kätzchen hält auf Komplimente.« Weiterlesen

Die unsichtbare Sammlung

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Stefan Zweig

Ei­ne Epi­so­de aus der deut­schen In­fla­ti­on

Zwei Sta­tio­nen hin­ter Dres­den stieg ein äl­te­rer Herr in un­ser Cou­pe, grüß­te höf­lich und nick­te mir dann, auf­bli­ckend, noch ein­mal aus­drück­lich zu wie ei­nem gu­ten Be­kann­ten. Ich ver­moch­te mich sei­ner im ers­ten Au­gen­blick nicht zu ent­sin­nen; kaum er dann aber mit ei­nem leich­ten Lä­cheln sei­nen Na­men nann­te, er­in­ner­te ich mich so­fort: er war ei­ner der an­ge­se­hens­ten Kunst­an­ti­qua­re Ber­lins, bei dem ich in Frie­dens­zeit öf­ter al­te Bü­cher und Au­to­gra­phen be­se­hen und ge­kauft. Wir plau­der­ten zu­nächst von gleich­gül­ti­gen Din­gen. Plötz­lich sag­te er un­ver­mit­telt:

»Ich muß Ih­nen doch er­zäh­len, wo­her ich ge­ra­de kom­me. Denn die­se Epi­so­de ist so ziem­lich das Son­der­bars­te, was mir al­tem Kunst­krä­mer in den sie­ben­und­drei­ßig Jah­ren mei­ner Tä­tig­keit be­geg­net ist. Sie wis­sen wahr­schein­lich selbst, wie es im Kunst­han­del jetzt zu­geht, seit sich der Wert des Gel­des wie Gas ver­flüch­tigt: die neu­en Rei­chen ha­ben plötz­lich ihr Herz ent­deckt für go­ti­sche Ma­don­nen und In­ku­na­beln und al­te Sti­che und Bil­der; man kann ih­nen gar nicht ge­nug her­zau­bern, ja weh­ren muß man sich so­gar, daß ei­nem nicht Haus und Stu­be kahl aus­ge­räumt wird. Am liebs­ten kauf­ten sie ei­nem noch den Man­schet­ten­knopf vom Är­mel weg und die Lam­pe vom Schreib­tisch. Da wird es nun ei­ne im­mer här­te­re Not, stets neue Wa­re her­bei­zu­schaf­fen – ver­zei­hen Sie, daß ich für die­se Din­ge, die un­ser­ei­nem sonst. et­was Ehr­fürch­ti­ges be­deu­ten, plötz­lich Wa­re sa­ge -, aber die­se üb­le Ras­se hat ei­nen ja selbst dar­an ge­wöhnt, ei­nen wun­der­ba­ren Ve­ne­zia­ner Wie­gen­druck nur als Über­zug von so­und­so­viel Dol­lars zu be­trach­ten und ei­ne Hand­zeich­nung des Guer­ci­no als In­kar­na­ti­on von ein paar Hun­dert­fran­ken­schei­nen. Ge­gen die pe­ne­tran­te Ein­dring­lich­keit die­ser plötz­li­chen Kauf­wü­ti­gen hilft kein Wi­der­stand. Und so war ich über Nacht wie­der ein­mal ganz aus­ge­powert und hät­te am liebs­ten die Rol­la­den her­un­ter­ge­las­sen, so schäm­te ich mich, in un­se­rem al­ten Ge­schäft, das schon mein Va­ter vom Groß­va­ter über­nom­men, nur noch er­bärm­li­chen Schund her­um­küm­meln zu se­hen, den frü­her kein Stra­ßen­tröd­ler im Nor­den sich auf den Kar­ren ge­legt hät­te. Weiterlesen

Assessor Karlchen

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Ludwig Thoma

Ich kenne Karlchen schon lange. Wir waren zusammen auf dem Gymnasium. Ich schmiß ihn einmal so an den Ofen, daß er einen Backenzahn verlor und ich wegen entsetzlicher Roheit zwei Stunden Karzer erhielt. Karlchen hatte nämlich schon damals eine Neigung zum Anzeigeerstatten und lief zum Rektor, welcher mir erklärte, daß auch bei den alten Griechen die Verbrecher mit solchen Handlungen ihre Laufbahn begonnen hätten.

Man sieht, es sind keine angenehmen Erinnerungen, die Karlchens Name in mir wachruft, aber niemand soll glauben, daß ich deshalb diese Geschichte von ihm erzähle. Ich hatte ihm wirklich verziehen, weil er der dümmste in unserer Klasse war. Später wurde er Assessor in München. Weiterlesen

Die Menzer Forst und der große Stechlin

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Theodor Fontane

In der Nordostecke der Grafschaft liegt die Menzer Forst, 24000 Morgen groß (in ihr der sagenumwobene »Große Stechlin«), und in dieser verlorenen Grafschaftsecke lebt die Ruppiner Schweiz noch einmal wieder auf. Hier waltet ein ganz eigenartiges Leben: der Pflug ruht und ebenso der Spaten, der den Torf gräbt; nur das Fischernetz und die Angel sind an dieser Stelle zu Haus und die Büchse, die tagaus tagein durch den Wald knallt. Hundert Jahre haben hier wenig oder nichts geändert, alles blieb, wie es die Tage des großen Königs sahen und nur eines wechselte: der Schmuggler fehlt, der hier sonst ins Mecklenburgische hinüber sein Wesen trieb und seinen Krieg führte. Denn die Menzer Forst setzt sich noch jenseits der Grenze fort, und ein von abgefallenem Laube halb überdeckter Graben ist alles, was die Territorien scheidet. Weiterlesen

Die Volksverbesserer oder: Im Schweiße eines Amtsgerichts

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Ludwig Thoma

Man schrieb und sprach in der letzten Zeit vieles über unseren Richterstand. Die Frage, ob von uneigentlicher Bestechlichkeit bei eigentlicher Unbestechlichkeit überhaupt gesprochen werden könne, wurde von einem hohen Ministerium dahin beantwortet, daß dies jedenfalls nicht geschehen dürfe.

Diese Behandlung des kitzlichen Themas ist ebenso erschöpfend als maßgebend, und ich finde die hierin niedergelegte Ansicht um so erquicklicher, als sie sich vollständig mit der meinigen deckt.

Ich habe stets unsere Richter bewundert, weil sie über alle Dinge mit der gleichen Sachkenntnis urteilen und nicht selten gerade das finden, an was niemand dachte. Dabei geht unverkennbar ein großer Zug durch unsere Rechtsprechung; man hat wirklich die Absicht, die niederen Volksschichten zu bessern und zu belehren. Weiterlesen

Goethe und Eckermann – Gespräch über das Bogenschießen

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»Wie aber in aller Welt«, sagte Goethe, »sind Sie hier in Weimar zu Pfeil und Bogen gekommen?« – »Zu den Pfeilen«, erwiderte ich, »habe ich mir in dem Feldzuge von 1814 ein Modell aus Brabant mitgebracht. Das Schießen mit Pfeil und Bogen ist dort allgemein. Es ist keine Stadt so gering, die nicht ihre Bogengesellschaften hätte. Sie haben ihren Stand in irgendeiner Schenke, ähnlich unseren Kegelbahnen, und vereinigen sich gewöhnlich spät am Nachmittage, wo ich ihnen oft mit dem größten Vergnügen zugesehen. Was waren das für wohlgewachsene Männer und was für malerische Stellungen, wenn sie die Senne zogen! Wie waren die Kräfte entwickelt, und wie waren sie geschickte Treffer! Sie schossen gewöhnlich in einer Entfernung von sechzig bis achtzig Schritt nach einer Papierscheibe auf einer nassen Lehmwand; sie schossen rasch hintereinander und ließen die Pfeile stecken. Und da war es nicht selten, daß von fünfzehn Pfeilen fünf im Zentrum staken, von der Größe eines Talers, und die übrigen in der Nähe umher. Wenn alle geschossen hatten, gingen sie hin, und jeder zog seinen Pfeil aus der weichen Wand, und das Spiel ging von vorne. Ich war damals für dieses Bogenschießen so begeistert, daß ich dachte, es sei etwas Großes es in Deutschland einzuführen, und ich war so dumm, daß ich glaubte, es sei möglich. Ich handelte wiederholt auf einen Bogen; allein unter zwanzig Franken war keiner zu haben, und wie sollte ich armer Feldjäger so viel Geld auftreiben! Ich beschränkte mich daher auf einen Pfeil als das Wichtigere und Künstlichere, den ich in einer Fabrik zu Brüssel für einen Franken kaufte und neben einer Zeichnung als meine einzige Eroberung mit in meine Heimat brachte.« Weiterlesen

Lord Arthur Saviles Verbrechen

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Oscar Wilde

Eine Studie über die Pflicht

I

Es war Lady Windermeres letzter Empfang vor Ostern, und Bentinck House war noch voller als gewöhnlich. Sechs Kabinettsminister waren direkt vom Morgenempfang des Unterhauspräsidenten gekommen mit allen ihren Sternen und Ordensbändern, alle die hübschen Frauen trugen ihre schönsten Toiletten, und am Ende der Gemäldegalerie stand die Prinzessin Sophia von Karlsruhe, eine gewichtige Dame mit einem Tatarenkopf, kleinen schwarzen Augen und wundervollen Smaragden, die sehr laut ein schlechtes Französisch sprach und maßlos über alles lachte, was man zu ihr sagte. Es war gewiß ein wundervolles Gemisch von Menschen. Peersfrauen in all ihrer Pracht plauderten liebenswürdig mit extremen Radikalen, volkstümliche Prediger sah man neben hervorragenden Skeptikern, ein ganzer Trupp von Bischöfen folgte Schritt für Schritt einer dicken Primadonna von Zimmer zu Zimmer, auf der Treppe standen einige Mitglieder der Königlichen Akademie, die sich als Künstler gaben, und es hieß, daß zeitweise der Speisesaal mit Genies geradezu vollgepfropft sei. Alles in allem war es einer von Lady Windermeres schönsten Abenden, und die Prinzessin blieb bis fast halb zwölf Uhr. Weiterlesen

Journalismus in Tennessee

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Mark Twain

 

Der Arzt riet mir zur Wie­der­her­stel­lung mei­ner Ge­sund­heit den Auf­ent­halt in ei­nem mil­de­ren Kli­ma an; ich ging da­her nach dem Sü­den und be­kam in Ten­nes­see ei­ne Stel­le als Hilfs­re­dak­teur bei der Zei­tung ›Mor­gen­rot und Kriegs­ge­schrei von John­son Coun­ty‹.

Als ich mich zur Ar­beit im Bu­reau ein­stell­te, fand ich den Chef­re­dak­teur auf ei­nem drei­bei­ni­gen Stuhl nach hin­ten­über ge­rekelt, die Fü­ße auf ei­nem Tisch von Tan­nen­holz. Ein zwei­ter sol­cher Tisch stand noch im Zim­mer und ein eben­so wa­cke­li­ger Stuhl da­vor; bei­de wa­ren halb be­gra­ben un­ter Hau­fen von Zei­tungs­blät­tern nebst Fet­zen und Bo­gen von Ma­nu­skrip­ten. Fer­ner be­fan­den sich noch da­selbst ein höl­zer­ner mit Sand ge­füll­ter Spuck­napf, in wel­chem Ci­gar­ren­stum­mel und aus­ge­dien­ter Kau­ta­bak la­gen und ein Ofen, des­sen Thür nur noch an ei­ner An­gel hing. Der Chef­re­dak­teur trug ei­nen lang­schö­ßi­gen schwar­zen Tuch­rock, weiß lei­ne­ne Bein­klei­der und nie­de­re, glän­zend ge­wichs­te Stie­fel, ein Hemd mit alt­mo­di­schem stei­fem Steh­kra­gen und ge­fäl­te­tem Ein­satz, ei­nen gro­ßen Sie­gel­ring und ein kar­rier­tes Hals­tuch, des­sen Zip­fel her­ab­hin­gen. Die Tracht stamm­te et­wa aus dem Jahr 1848. Er rauch­te ei­ne Ci­gar­re, such­te nach ei­nem Wort und fuhr sich da­bei in die Haa­re, daß ihm die Lo­cken zu Ber­ge stan­den. Nach sei­nem grim­mi­gen Blick zu ur­tei­len, muß­te er ge­ra­de ei­nen be­son­ders bei­ßen­den Leit­ar­ti­kel un­ter der Fe­der ha­ben. Er sag­te mir, ich sol­le die Ta­ges­zei­tun­gen durch­ge­hen und was mir aus ih­rem In­halt in­ter­es­sant schei­ne kurz zu­sam­men­fas­sen und zu ei­ner »Rund­schau in der Pres­se von Ten­nes­see« ver­ar­bei­ten. Ich schrieb nun fol­gen­den Ar­ti­kel: Weiterlesen

Eine Besteigung des Pik von Teneriffa

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Ernst Häckel

Un­ter den klei­nen In­sel­grup­pen des Oceans, wel­che durch ih­re ei­gen­t­hüm­li­che Na­tur so­wohl das all­ge­mei­ne In­ter­es­se der See­fah­rer, als die be­son­de­re Wiß­be­gier­de der Na­tur­for­scher er­re­gen, nimmt die Grup­pe der ca­na­ri­schen In­seln ei­nen her­vor­ra­gen­den Rang ein. Da die­ser klei­ne Ar­chi­pel, zwi­schen 27. und 30. Grad nördl. Brei­te ge­le­gen, nur we­ni­ge Ta­ge­rei­sen von Spa­ni­en und von der nord­west­li­chen Küs­te Afri­ka’s ent­fernt ist, so war die Kun­de von dem­sel­ben schon lan­ge vor Chris­ti Ge­burt durch phö­ni­ci­sche See­fah­rer zu den al­ten Grie­chen und Rö­mern ge­drun­gen. Die blü­hen­den Schil­de­run­gen, wel­che ih­re Ent­de­cker von der wun­der­ba­ren Schön­heit, dem un­ver­gleich­li­chen Kli­ma und dem na­tür­li­chen Reicht­hum die­ser at­lan­ti­schen In­seln ent­war­fen, tru­gen ih­nen schon da­mals den Na­men der glück­se­li­gen („In­su­lae for­t­u­na­tae“) ein. Der al­te My­thus von den ely­säi­schen Ge­fil­den, die am Ran­de der Er­de mit­ten in dem welt­um­gür­ten­den Okea­nos, weit jen­seits der Hes­pe­ri­den-Gär­ten und jen­seits der Säu­len des Her­ku­les lie­gen, schien durch die­se In­seln zur vol­len Wahr­heit zu wer­den. Wie we­nig über­trie­ben die­se, wenn auch dich­te­risch aus­ge­schmück­ten Vor­stel­lun­gen der Al­ten wa­ren, mö­gen die rei­zen­den Na­tur­schil­de­run­gen be­zeu­gen, wel­che noch in un­se­rem Jahr­hun­dert zwei der größ­ten deut­schen Na­tur­for­scher, Alex­an­der von Hum­boldt und Leo­pold von Buch, von den ca­na­ri­schen Ei­lan­den ent­wor­fen ha­ben. Von Te­ne­rif­fa, der in je­der Hin­sicht be­deu­tends­ten un­ter den glück­se­li­gen In­seln, dem ei­gent­li­chen Haupt- und Mit­tel­punkt der Grup­pe, sagt Hum­boldt: „Gleich­sam an der Pfor­te der Tro­pen und doch nur we­ni­ge Ta­ge­rei­sen von Spa­ni­en ge­le­gen, hat Te­ne­rif­fa schon ein gut Theil der Herr­lich­keit auf­zu­wei­sen, mit der die Na­tur die Län­der zwi­schen den Wen­de­krei­sen aus­ge­stat­tet. Im Pflan­zen­reich tre­ten be­reits meh­re­re der schöns­ten und groß­ar­tigs­ten Ge­stal­ten auf, die Ba­na­nen und die Pal­men. Wer Sinn für Na­tur­schön­heit hat, fin­det auf die­ser köst­li­chen In­sel kräf­ti­ge­re Heil­mit­tel als das Kli­ma. Kein Ort der Welt scheint mir ge­eig­ne­ter, die Schwer­muth zu ban­nen und ei­nem schmerz­lich er­grif­fe­nen Ge­müthe den Frie­den wie­der zu ge­ben.“ Weiterlesen

Tamango

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 Prosper Merimée

Der Ka­pi­tän Le­doux war ein tüch­ti­ger See­bär. Als ein­fa­cher Ma­tro­se hat­te er an­ge­fan­gen und es bald bis zum Steu­er­manns­maat ge­bracht. Bei­ T­ra­fal­gar war ihm die lin­ke Hand durch ei­nen her­um­schwir­ren­den Bal­ken­split­ter wüst zu­ge­rich­tet wor­den; er wur­de sie mit ärzt­li­cher Kunst ganz los und in der Fol­ge nebst gu­ten Zeug­nis­sen aus dem Dienst ver­ab­schie­det. Die Mu­ße woll­te ihm we­nig be­ha­gen, und so­wie sich Ge­le­gen­heit bot, wie­der aufs Was­ser zu kom­men, ging er, als Zwei­ter Of­fi­zier, auf ei­nen Ka­per. Die blan­ken Sil­ber­lin­ge, die er sich aus et­li­chen gu­ten Pri­sen fisch­te, er­mög­lich­ten es ihm, sich Fach­bü­cher an­zu­schaf­fen und in der Theo­rie der See­fah­re­rei, die er prak­tisch schon voll­kom­men hand­hab­te, letz­te Kennt­nis­se zu sam­meln. Mit der Zeit er­klet­ter­te er die Kom­man­do­brü­cke ei­nes Log­ger­ka­pers, der drei Ka­no­nen und sech­zig Mann Be­sat­zung hat­te; und al­le Küs­ten­fah­rer von Jer­sey kön­nen noch heut ein Lied sin­gen von sei­nen Ta­ten. Der Frie­dens­schluß war für ihn ein schwe­rer Schlag wäh­rend des Krie­ges hat­te er sich ein klei­nes Ver­mö­gen zu­sam­men­ge­sta­pelt, das er auf Kos­ten der Eng­län­der noch auf­zu­sto­cken ge­dach­te. Nun sah er sich ge­nö­tigt, sei­ne Di­ens­te fried­li­chen Kauf­fah­rern an­zu­tra­gen; und da er als Mann von Ent­schluß­kraft und Er­fah­rung be­kannt war, ver­trau­te man ihm auch oh­ne wei­te­res ein Schiff an. Seit der Ne­ger­han­del ver­bo­ten war und es, für die­se Art von Ge­schäft, nun nicht nur dar­auf an­kam, die Wach­sam­keit der fran­zö­si­schen Ha­fen­zöll­ner zu täu­schen, was nicht son­der­lich schwer war, son­dern auch – und da­zu ge­hör­te schon et­was mehr Wag­hal­sig­keit – den eng­li­schen Kreu­zern aus der Kiel­li­nie zu ge­hen, wur­de der Ka­pi­tän Le­doux zu ei­nem un­be­zahl­ba­ren Man­ne für die Eben­holz­händ­ler*. Weiterlesen